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no. 22: zeugenschaft -> ruanda
 

Ein nicht abgeschickter Brief

von Hans Christoph Buch

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* literatur
* druckbares

Wenn es darum geht, von Völkermord und Massakern zu berichten, sprengt die Wirklichkeit die Gebote der politischen Korrektheit und verunmöglicht einen neutralen Diskurs, der sich den Ereignissen aus sicherem Abstand näherte. Wie sehr dabei schriftstellerische Zeugenschaft und akademische Perspektive aufeinanderprallen können zeigt die Auseinandersetzung Hans Christoph Buchs mit seinem Kritiker Robert Stockhammer.

 

 

Hinweis der Redaktion

Der folgende Original-Beitrag von Hans Christoph Buch ist weniger als Rezension einer Veröffentlichung von Robert Stockhammer über den Genozid in Ruanda zu lesen, sondern vielmehr als eine Reaktion Buchs auf sehr persönlich empfundene Angriffe, auf die er im Folgenden antwortet. Über Rezensionen aus Zeitungen wie die Neue Zürcher Zeitung, Die Zeit oder die Süddeutsche Zeitung, die sich mit Stockhammers Text befassen, finden sich aktuell noch einige zusammenfassende Informationen bei perlentaucher.de. All diese Rezensionen haben aber auch mit einer weiteren Rezension, die außerdem in der Septemberausgabe 2005 von Literaturen erschienen ist, gemeinsam, daß zumindest aus ihnen allein nicht direkt erkennbar wird, weshalb Hans Christoph Buch sich im Folgenden so scharf gegen die Angriffe auf seine Person verwahrt. Zwar habe beispielsweise Andreas Eckert in seiner Rezension in Die Zeit vom 12.05.2005 immerhin darauf hingewiesen, daß ihm Stockhammers Ansatz zur Vergleichbarkeit von Genoziden zu akademisch erscheine. Dies ist ein Aspekt, auf den auch Hans Christoph Buch in der Folge besonders pointiert eingehen wird. Eckert betone aber auch, daß Stockhammer zu recht gewisse Texte kritisch hinterfrage, die Gefahr liefen, leichtfertig rassistische Klischees zu bedienen. Dies wiederum könnte zumindest indirekt ein Hinweis auf Stockhammers heftige Kritik an Buchs Roman Kain und Abel in Afrika gelesen werden. Im Allgemeinen setzen sich die Rezensenten jedoch überwiegend mit dem wissenschaftlichen Anspruch Stockhammers auseinander und unterlassen es vollständig, einzelne Polemiken herauszuheben. Wer also nachvollziehen möchte, wieso Hans Christoph Buch sich zur Wehr setzt, der kann fast nicht umhin, sich mit Stockhammers Text selbst zu befassen und natürlich auch mit dem darin kritisierten Roman von Buch. Immerhin wird dann schnell erkennbar, daß sich in Stockhammers Text in der Tat eine beachtliche Fülle von selten auch nur neutralen Bemerkungen zum literarischen Werk Hans Christoph Buchs befinden (so z.B. auf den Seiten 16, 34, 41, 68, 80, 112, 121, 127, 135, 169, 170). Stockhammer findet darin an Buchs Roman also so überraschend viel zu kritisieren, daß er leicht und vielleicht auch besser im Sinne seines wissenschaftlichen Anspruchs daraus eine eigene Abhandlung hätte machen können. Stockhammer attestiert Buch unter anderem "Mut zur Geschmacklosigkeit" (S.169) oder diagnostiziert gar eine "terroristische Überwältigungspoetik" (S.112), er kritisiert damit, daß Buch mit literarischen Mitteln seine Leser geradezu haptisch an die Verwesungsprozesse von Leichen in Ruanda heranführen wolle (S.41). Diese Einführung kann und will Ihrem eigenen kritischen Urteil über beide Bücher nicht vorgreifen. Allein soll hier eine Konfrontation in ihrer konzeptionellen Qualität exemplarisch hervortreten, die möglicherweise nicht nur die zwischen zwei Personen ist, sondern zugleich auch die zwischen zwei scheinbar nur schwer zu vereinbarenden Konzepten von Zeugenschaft. Ist hier also eine womöglich postpostmoderne Trennung von einem literarischen und einem akademischen Zeugenschaftsbegriff anzustreben? Welche Rolle spielt hier der Status des Augenzeugen, den immerhin Hans Christoph Buch für sich beanspruchen kann? Was hier an der Oberfläche wie eine persönliche Fehde erscheinen könnte, entwickelt schon auf den zweiten Blick zweifellos eine grundsätzliche Fragerichtung, die jede einzelne Leserin und jeden einzelnen Leser gegenüber der jeweiligen Position von Zeugenschaft in eine neue Denkrichtung verweisen kann. Lesen Sie selbst.

 

Sehr geehrter Herr Stockhammer,

wir sind einander nie begegnet, ich kenne Sie nicht persönlich und habe nicht vor, Sie näher kennen zu lernen, denn Ihr Buch über den Genozid in Ruanda, das Sie mir unaufgefordert zuschickten, enthält eine böswillige Polemik gegen meinen Roman zum gleichen Thema, gestützt auf pauschale Vorurteile und ehrenrührige Unterstellungen, von denen es in Ihrem Begleitbrief heißt, sie seien "nicht als persönliche Angriffe gemeint". Aber ich bin unfaire Attacken gewohnt und würde die Sache mit Schweigen übergehen, wäre das Thema, um das es geht, nicht so tödlich ernst. Denn über die kritische Beurteilung meines Romans hinaus, die Ihnen unbenommen ist, wirft Ihr Buch grundsätzliche Fragen auf, deren Erörterung mir dringend geboten scheint und die Sie, wie ich finde, falsch beantworten.

Nach alter Philologensitte fangen Sie bei Adam und Eva an und vollführen einen bemühten Eiertanz um die Frage, ob der Völkermord in Ruanda, dem im Frühsommer 1994 circa 800.000 Menschen zum Opfer fielen, mit anderen Massenmorden vergleichbar sei oder nicht: Mit dem Genozid an den Armeniern zum Beispiel oder mit der Vernichtung der europäischen Juden. Die nahe liegende Antwort fällt Ihnen nicht ein: Daß jede historische Tragödie für sich allein beurteilt und verurteilt werden muß, aber daß Vergleichen nicht Gleichsetzen bedeutet und ebenso legitim wie notwendig ist, um Ähnlichkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. Das Verbot des Vergleichens läuft auf ein Denkverbot hinaus, und der Völkermord in Ruanda fällt unbegriffen aus der Geschichte heraus, wenn man ihn nicht mit dem armenischen Genozid oder dem Holocaust vergleichen darf, ohne Leichenberge und Opferzahlen gegeneinander auszuspielen oder aufzurechnen.

Von daher ergibt sich die Frage nach Nähe oder Ferne zu den geschilderten Ereignissen, eine Quellenkritik, wie sie am Anfang der Holocaust-Forschung stand. Dabei denke ich weniger an Augenzeugenberichte der Opfer und Überlebenden, so wertvoll und unverzichtbar die in dem 1200 Seiten starken Weißbuch Rwanda -- Death, Despair and Defiance zusammengestellten Dossiers auch sind, sondern an literarische Darstellungen des Völkermords. Vor allem drei Autoren sind hier zu nennen, die die Vorgänge nicht aus zweiter Hand, sondern aus eigener, leidgeprüfter Erfahrung schildern: Der frühere UN-General Romeo Dallaire, sein kanadischer Landsmann Gil Courtemanche und ich. Alle drei werden in Ihrer Untersuchung entweder überhaupt nicht, oder aber stiefmütterlich und oberflächlich abgehandelt. Stattdessen geben sie Autoren wie Gourevitch und Hatzfeld den Vorzug, denen die Nähe zu den Ereignissen nicht die Sprache verschlägt, da sie das Geschehen aus räumlicher und/oder zeitlicher Distanz schildern. Noch lieber sind Ihnen afrikanische Autoren, denen sie aufgrund ihrer Herkunft und Hautfarbe eine größere Kompetenz zuzubilligen scheinen, auch wenn diese aus weit von Ruanda entfernten Regionen Afrikas stammen und nur vom französischen Kulturministerium gesponserte Stippvisiten dorthin unternommen haben. Das Produkt dieser Reisediplomatie waren Texte, die nirgendwo aneckten und niemandem unangenehm auffielen - akademisch abgehoben und politisch korrekt wie Ihr eigenes Buch.

Gleichzeitig widersprechen Sie dem nigerianischen Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka, wenn dieser den im Kern richtigen Gedanken äußert, die in der Kolonialzeit willkürlich gezogenen Staatsgrenzen Afrikas seien am Völkermord in Ruanda schuld, mit dem seltsam klingenden Argument, "daß auch Afrikaner sich manchmal in afrikanischen Problemen irren". Dabei sind Zwergstaaten wie Ruanda und Burundi, in denen die Tutsi-Minderheit die Hutu-Mehrheitsbevölkerung unterdrückt, aus sich heraus kaum lebensfähig, was Wole Soyinkas These eher bestätigt als widerlegt.

Damit bin ich endlich beim Thema. Der Kerngedanke Ihres Buchs, aus dem sich alles andere (einschließlich der Verdammung meines Romans) zwangsläufig ergibt, besagt nämlich, daß die tödlich miteinander verfeindeten Ethnien in Wahrheit gar nicht existierten, sondern Folge kolonialer Zuschreibungen seien, ein ideologisches Konstrukt, dem keine, wie auch immer geartete Realität entspreche: Etwa so, als erklärte man die deutschen Juden für nichtexistent, weil die NS-Propaganda ein auf antisemitischen Klischees beruhendes Zerrbild von ihnen entwarf. Dieser verqueren Logik nach ist es rassistisch und reaktionär, von Hutus und Tutsis zu reden, nicht nur wegen des angeblich falschen Plurals - politisch korrekt muss es Ba-Hutu und Ba-Tutsi heißen, wenn man in der Bantu-Sprache Kinyarwanda schreibt und nicht auf deutsch - sondern weil ethnische Kategorien Ihrer Meinung nach bloße Hirngespinste sind.

Sie haben viel gelesen und nichts begriffen, Herr Stockhammer, und Sie waren nie vor Ort. Das ist bedauerlich, denn selbst ein kurzer Besuch in Ruanda oder Burundi hätte Sie eines Besseren belehrt und Ihnen vor Augen geführt, daß der Hutu-Tutsi-Gegensatz nicht auf Einbildung beruht, sondern eine schmerzhafte Realität darstellt, die das öffentliche Leben beider Länder vergiftet bis in seine privaten Verästelungen hinein, obwohl oder weil man den Finger nicht auf die Wunde legen darf: Die Begriffe Hutu und Tutsi sind in Ruanda verboten, während man in Burundi den ethnischen Konflikt offen beim Namen nennt. In beiden Staaten weist die Stärke des Tabus auf den Grad an Verdrängung hin, der das Thema unterliegt.

Demgegenüber scheint es mir von zweitrangiger Bedeutung und allenfalls von akademischem Interesse zu sein, ob die Tutsi-Nomaden in vorkolonialer Zeit vom oberen Nil ins Gebiet der Großen Seen einwanderten und die ortsansässigen Bantu-Bauern unterwarfen, oder ob es sich um ein und dieselbe Ethnie handelt, die sich durch soziale Differenzierung in Ober- und Unterschicht aufspaltete. Auch eine Kombination beider Faktoren wäre denkbar wie zum Beispiel in Indien, wo arische Einwanderer die drawidische Urbevölkerung unterjochten und die Herrscherkaste der Brahmanen bildeten.

Damit zusammenhängend gibt es ein weiteres Tabu, dessen Verletzung Sie mir ankreiden: Das Reden und Schreiben über Sexualität erscheint Ihnen "geschmacklos" im Kontext eines Völkermords, weil sie sich nicht vorstellen können oder wollen, daß und wie angesichts der Todesdrohung die Lebensgier wächst. Falls Ihre eigene Erfahrung nicht ausreicht, um sich das auszumalen, sollten Sie Marcel Reich-Ranickis Schilderung des Überlebens im Warschauer Ghetto lesen oder Edgar Hilsenraths Roman Nacht. Vielleicht würden Sie dann dem Buch von Gil Courtemanche etwas mehr Gerechtigkeit widerfahren lassen, das in Ihrer Studie noch schlechter abschneidet als meins.

Als Literaturwissenschaftler sollten Sie nachvollziehen können, warum ein Autor gegen den guten Geschmack verstößt oder warum er seine Geschichte abwechselnd in der ersten und zweiten Person erzählt. Aber selbst wenn ich diesen formalen Aspekt beiseite lasse, darf ich von einem Kritiker mit Fug und Recht erwarten, daß er dem Inhalt meines Romans gerecht zu werden versucht, in dessen Zentrum nicht der Völkermord von 1994 stand, sondern das Massaker vom 29. April 1995 in Kibeho, wo in DDR-Uniformen gekleidete Tutsi-Soldaten Tausende Hutu-Flüchtlinge niedermetzelten in Gegenwart einer Handvoll Reporter, die es an diesem Tag zufällig dorthin verschlagen hatte. Oder soll ich die Worte Hutu und Tutsi in Anführungszeichen setzen, obwohl ich alles mit eigenen Augen gesehen habe und Opfer wie Täter zweifelsfrei identifizieren kann? Dem Racheakt von Ruandas Armee für den im Jahr zuvor begangenen Völkermord fielen bis zu 8000 Menschen zum Opfer, Männer, Frauen und Kinder, und auf dem Höhepunkt des Massakers streckte mir eine Mutter ihr schreiendes Baby entgegen, damit ich es aus dem Menschengewühl rette, und ich stieß sie brutal zurück.

Vielleicht macht dieses Detail deutlich, wie die Wirklichkeit einem Schriftsteller in die Quere kommen und ins Handwerk pfuschen kann, und warum er oder sie sich außerstande sieht, das Gebot der politischen Korrektheit zu befolgen, die im Treibhaus praxisferner, postkolonialer Theorien am besten gedeiht.

Berlin, im Frühjahr 2005

 

Ein notwendiger Nachtrag

Dieser offene Brief war eine spontane Reaktion auf die von einem Berliner Literaturdozenten erhobenen Vorwürfe gegen meine Darstellung des Genozids in Ruanda, und wie aus dem Titel ersichtlicht, habe ich ihn nicht abgeschickt. Der Text entstand im März 2005, vor dem Aufbruch zu einer Reportagereise ins Gebiet der großen Seen Afrikas, die mich zum vierten Mal nach Ruanda, Burundi und in die Ostprovinzen der Kongorepublik führte. Was ich dort zu sehen und zu hören bekam, hat meine Einwände gegen Robert Stockhammers Thesen nicht nur bestätigt, sondern insoweit verschärft, daß ich meinen Brief neu schreiben müßte, weil die Realität vor Ort nicht nur anders, sondern sehr viel ernster und schlimmer ist, als sie aus der verzerrten Sicht des Berliner Dozenten erscheint. Hier nur die wichtigsten Punkte:

  1. Das aus Aruscha kommende Flugzeug mit den Staatschefs Ruandas und Burundis an Bord ist nicht abgestürzt, sondern es wurde auf Befehl von Ruandas derzeitigem Militärmachthaber Paul Kagame am 6. April 1994 beim Anflug auf Kigali mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen. Dies ist keine haltlose Spekulation, sondern eine historisch gesicherte und gerichtlich bestätigte Tatsache, und es bedeutet, daß der Völkermord in Ruanda vom damaligen Chef der Befreiungsfront wissentlich ausgelöst oder zumindest in Kauf genommen wurde, weil die nicht ins Exil geflohene, sondern in Ruanda verbliebene Tutsi-Bevölkerung aus seiner Sicht Verrat begangen hatte, und weil das durch den Genozid ausgelöste Chaos ihm einen willkommenen Vorwand zur militärischen Offensive bot, will sagen: Der Abschuß der Präsidentenmaschine war für Kagame ein Sprungbrett, mit dessen Hilfe er sich an die Macht katapultiert hat.
  2. Die von Robert Stockhammer und anderen kritiklos nachgebetete These, derzufolge es weder Hutus noch Tutsis gibt, da es sich dabei um rassistische Kategorien aus der deutschen und belgischen Kolonialzeit handelt, ist nicht so unschuldig, wie sie klingt. Das Ganze ist mehr als eine akademische Haarspalterei, nämlich eine von Kagames Militärregime verhängte Sprachregelung mit dem Ziel, seine Mitschuld am Genozid zu verschleiern und jede Kritik an seiner Politik als völkermörderisch ('génocidaire') zu diffamieren. Unter dem Deckmantel dieser Ideologie nahm sein Regime blutige Rache nicht nur an den Tätern und Organisatoren des Genozids, sondern an der Hutu-Zivilbevölkerung insgesamt. Wer die Verbrechen öffentlich anprangert, wird mundtot gemacht wie der seit Jahren eingekerkerte Ex-Premier Pasteur Bizimungu, ein gemäßigter Hutu, oder der kürzlich verhaftete belgische Pater Guy Theunis, wobei die Palette der Repression von Einschüchterung und Drohung bis zu spurlosem Verschwinden reicht.
  3. Die von der Clinton-Administration wie von ihren Vorgängern und Nachfolgern versprochene Demokratisierung Afrikas nach dem Ende des Kalten Kriegs war eine blutige Farce, weil den frommen Wünschen und schönen Worten keine ebensolche Politik entsprach -- im Gegenteil: Aus Gründen, deren Erörterung hier zu weit führen würde, haben die USA -- vor allem das State Department, das Pentagon und die CIA -- statt demokratisch gewählter Regierungen Militärregimes unterstützt: Bekanntestes Beispiel war die Destabilisierung des Kongo, wo statt des demokratisch legitimierten Oppositionspolitikers Tshisekedi der Haudegen Kabila mit amerikanischer Hilfe die Macht ergriff. Aber auch die Nachbarstaaten Uganda, Ruanda und bis vor kurzem Burundi, sowie Eritrea und Äthiopien wurden und werden von Militärführern und Chefs ehemaliger Befreiungsfronten regiert. Ein Blick auf die Landkarte offenbart Ziel und Zweck dieser doppelzüngigen Strategie: Es geht um die militärische Einkreisung und ideologische Eindämmung des Sudan, dessen islamistisches Regime aus Sicht evangelikaler Christen in den USA nicht nur Afrika, sondern die ganze Welt bedroht. Deshalb hat man ethnische Massaker in Darfur zum Völkermord hochstilisiert, und der Einfluß der so genannten 'Breakfast Prayer'-Bewegung auf die Afrikapolitik der schwarzgelben und rotgrünen Regierung zeigt, daß es sich nicht um eine paranoide Verschwörungstheorie handelt.

Berlin, im Herbst 2005

 

autoreninfo 
Hans Christoph Buch steht mitten in einer Familienüberlieferung, der zufolge sein Großvater als Apotheker auf Haiti der Erfinder von Coca-Cola war, jedoch soll er seine Kola-Lizenz für einen Spottpreis an die Amerikaner verkauft haben. Ist es da noch ein Wunder, daß der Enkel Schriftsteller wurde. 1966 erschien sein erster Erzählband Unerhörte Begebenheiten. Sechs Geschichten und in seinem zuletzt 2004 erschienenen Romanessay Tanzende Schatten oder Der Zombie bin ich heißt es über den Autor nach fast vierzigjähriger Schriftstellertätigkeit nur recht lakonisch: "Erzähler, Essayist, Reporter, wurde 1944 in Wetzlar geboren und lebt, wenn er nicht gerade unterwegs ist, in Berlin". Hans Christoph Buch ist aber alles andere als ein bloßer Weltenbummler, denn die Orte, von denen er berichtet, sind häufig Orte der Menschenrechtsverletzungen. Seine kritischen Berichte und Erzählungen zeigen immer wieder die Gefahr, in der wir womöglich bald alle schweben, so auch in dem 2001 erschienenen Band Blut im Schuh. Schlächter und Voyeure an den Fronten des Weltbürgerkriegs oder in dem 2004 erschienenen Band Standort Bananenrepublik. Streifzüge durch die postkoloniale Welt. Auf seiner Homepage finden sich dann doch noch auch die hier verschwiegenen Ansätze zur Auffüllung der Lücke zwischen Geburt und unterwegs sein.
Homepage: http://www.hans-christoph-buch.de

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